Aus dem Leben von Hertha Schniepe

Warum heißt Fussball eigentlich Fussball?

"Du, Tante Schniepe - warum heißt Fussball
eigentlich Fussball ?"
wollte die kleine Nichte wissen.

"Naja, sozusagen ..." Frau Schniepe
dachte scharf nach.
"Es ist ja sowas wie Handball, meine ich.

Es ist eigentlich Handball, quasi -

wofür man die Füße hernimmt! "

Also wirklich - so ein Thema!

"Wenn man von Türken sich verabschieden tut,
das ist mir so aufgefallen", erzählte Frau Schniepe,
"– dann fangen die oft von Gülle
an zu reden."

Ein Kopfschütteln.
"Also wirklich, so ein Thema – und das beim
Sich-auf-wiedersehen sagen,
da sagt man doch eigentlich was Nettes."

Sie schüttelte nochmals den Kopf.
"Dabei ansonsten, das muss ich wirklich sagen,
die meisten Türken, die ich kenne –

sind wirklich nett !"

Wenn ich nochmal wiedergeboren werde ...

"Ganz klar – ich bin
für die Emanzepation", stellte Frau Schniepe fest.

"Dass wir Frauen gleicher berechtigt werden,
als wie die Männer.

Ständig hört man zum Beispiel von Paparazzi
- und meistens nichts Gutes."
Sie schaute energisch.

"Wenn ich nochmal wiedergeboren werde –
da sag ich mir : Hertha – jetzt geh'ste zur Zeitung
und machst es besser.

Dann werde ich MAMARAZZI !"

Mysterium Frau

Horst las in der Zeitung - ein Artikel
zum Thema »Mysterium Frau«.

"Eine amerikanische Neuropsychiaterin entschlüsselt,
warum die Frau für den Mann so ein Rätsel ist.

Hören Sie, Frau Schniepe : Es liegt alles
an den Hormonen – und ihrer Wirkung im Gehirn
der Frauen. Das behauptet sie jedenfalls.

Und dass in jeder Frau – denken Sie nur –
mindestens fünf Persönlichkeiten stecken :

Der Engel. Die Tyrannin. Die Zicke.
Die Geliebte. Und die Mutter."

"Ach Schnickschnack !"
Frau Schniepe schüttelte den Kopf.
"Ich zum Beispiel habe keine Kinder. Geliebte
war ich nie – ich bin anständig.
Eine Zicke und Tyrannin bin ich auch nicht
- untersteh dich, sowas zu behaupten !"

Sie schaute drohend.
"Und Engel – das ist nun
etwas übertrieben.
Die Frau kennt Hertha Schniepe bloß nicht.

Zum Beispiel »Putzteufel« – das trifft es
schon eher !"

Es geht doch hier um Gemütsregungen!

"Wenn ich unsere Kanzlerin im Fernsehen
sehe, dann denke ich immer an die
kleinen Spielzeug-Eisenbahnen –
mit meinem Vetter Alwin habe ich als Kind
oft damit gespielt."

Frau Schniepe schwieg kurz.
"Das rührt mich jetzt richtig. Auch wenn
ich nicht CDU wähle."

"Aber die heißen Märklin" stellte Horst
richtig. "Die kleinen Spielzeug–Eisenbahnen."

"Das ist wieder mal typisch." Frau Schniepe
wurde ärgerlich. "Wenn einen mal was berührt –
es geht doch hier um Gemütsregungen!

Und außerdem – die Kanzlerin könnte ebensogut
auch Märklin heißen. Und die kleinen Lok’s –
genauso, und immer schon, Merkel.

Glaubst du, das würde dann heute
jemandem auffallen ?

Und Kinder – und wer ein kindliches Gemüt hat –
der könnte so - oder auch so - zufrieden sein!"

Cam Girls - Unsereins tät's billiger machen!

"Im Internet gibt es jetzt Cam Girls",
freute sich Horst.

"Kämm-Girls – wenn ich das schon höre –
immer dieser neumodische Quatsch!"
Frau Schniepe kam leicht in Rage.

"Da könnte man genauso auch zu mir kommen –
ich täte nicht nur kämmen, sondern auch
schneiden und waschen.

Unsereins tät's garantiert billiger machen!"

Achzig Jahre Oscar – oder: "So ein alberner Druckfehler!"

"Achzig Jahre Oscar", Frau Schnabl las
aus der Bild am Sonntag vor.

" - was für eine Erfolgsgeschichte! Und der
kleine Mann hat nichts von seinem Zauber verloren.
Im Gegenteil: Er wird jedes Jahr populärer …"

"So ein alberner Druckfehler." Frau Schniepe
schüttelte den Kopf. "Achtzig ist er ja nun
noch lange nicht.

Aber dass er jedes Jahr populärer wird –
das wusste ich auch nicht …"
Frau Schniepe war schwer beeindruckt.

"Ich habe nur immer gesagt: die SPD hätte
den man behalten sollen.

Dann wäre sie nicht zu 'ner halben CDU geworden!"

Urknall – viel zu laut - »Aus dem Leben von Hertha Schniepe«

Horst las ein wissenschaftliches Buch
über den Urknall.

"Weißt du, gut, dass wir da noch nicht
gelebt haben", meinte Frau Schniepe.
"Bei diesem Urknall, meine ich.

Wo ich doch so lärmempfindlich bin,
weißt du –

also mir wäre das bestimmt
viel zu laut gewesen !"

Vorratsdatenspeicherung – oder: »die Gespräche mit Frau Piepenbrink«

"Haben Sie gehört, von dieser
Vorratsdatenspeicherung – ganz viele sind
dagegen", erzählte Horst.
"Was für ein Eingriff in die Privatsphäre,
da wird zum Beispiel ein halbes Jahr lang
gespeichert, wer mit wem telefoniert hat –
ohne jegliche Verdachtsmomente.
Als ein Schutz vor Kriminalität – völlig übertrieben!"

"Da meine ich aber auch, dass das übertrieben ist",
Frau Schniepe schüttelte den Kopf.
"Naja, wenn sie vielleicht manche Gespräche
sich speichern .. aber alle Gespräche …"

Sie kam ins Nachdenken.
"Zum Beispiel meine Gespräche mit
Frau Piepenbrink – die braucht man nun wirklich
nicht sich so lange zu merken.

Was die Frau Piepenbrink so sagt, das ist
nun wirklich nicht gefährlich für unsern Staat."

Sie überlegte. "Vielleicht sollte man dem
Herrn Schäuble das sagen.
Vielleicht sollte ich ihm schreiben –
und schreiben: Lieber Herr Schäuble,
die Gespräche mit Frau Piepenbrink -

was die Frau Piepenbrink betrifft,
das können Sie getrost löschen !"
__________________________________________________
Eine Information zum Thema - - >
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung
Eine engagierte Initiative - - >
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

O z o n l o c h - wohl schon schlimmer, als ich dachte …

Horst saß am Fernseher und kicherte.
"Der Comedian Michael Mittermeier sagt:
Ich nenne Bush gern das geistige Ozonloch!"

"Oh", Frau Schniepe schaute besorgt.
"Dann ist es doch wohl schon schlimmer, als ich
dachte, mit diesem Ozonloch –

wenn man es jetzt schon mit George Bush vergleicht!"

Narrberts Welt ----- oder ----- Die Rückkehr des Narren

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